Der kleine Junge Artur war vielleicht so alt wie Lea und hatte schöne neue Sandalen an. Lea beschloss, ihm zu folgen und zu versuchen, die Sandalen zu mopsen. Ihr gefiel die Idee, einen Piraten zu beklauen. Als die Piraten die Festung erreichen, versteckt sich Artur unter einem Marktstand, der nicht weit vom Eingang steht und als ein Wagen mit ganz vielen Fässern zur Festung gefahren kommt, springt er schnell von hinten unter diesen. Als der Wagen durch das Tor in die Festung fährt, hält er sich von unten am Boden des Wagens fest, so dass die Wachen ihn nicht bemerken. Während die Wachen noch zum Wagen sehen, schleicht sich Lea unbemerkt ebenfalls in die Festung. Kaum ist sie drin, läuft sie zum Wagen und zieht Artur, der sich immer noch am Wagenboden festhält, einfach die Sandalen von den Füßen. Dann rennt sie schnell weg zum nächsten Eingang an der Festungsmauer, von wo aus sie den ganzen Platz beobachten kann. Als der Wagen hält und sich Artur loslassen kann, läuft er in eine Ecke des Hofes und hockt sich hinter einen Holzstapel. Neugierig schleicht sich Lea heran. Nun sieht sie, dass Artur ganz traurig ist und weint, weil seine neuen geliebten Sandalen weg sind. Da hat Lea Mitleid und gibt Artur seine Sandalen zurück.
Lea sagt: „Ich weiß, dass du ein Pirat bist und warum du hier bist. Soll ich dir helfen, in den Palast zu kommen und das Versteck des Schatzes zu finden? Ich kenne einen Geheimweg!“ Artur ist ganz überrascht, als er merkt, dass so ein kleines Mädchen ihn bestohlen hat und nun auch noch helfen will. Ganz verwirrt nickt er und folgt Lea, die schon losgelaufen ist, bis zu einem kleinen Bach, der durch die Festung fließt und scheinbar aus der Palastmauer kommt. „Du kannst doch tauchen?“, fragt Lea, „Dann hole jetzt tief Luft, wir tauchen hier unter der Mauer durch. Links und rechts an den Steinen kannst du dich unter Wasser festhalten und dich nach vorne ziehen.“ Kaum hat Lea ausgeredet, springt sie ins Wasser und ist verschwunden. Ein wenig Angst hat Artur schon, aber vor einem Mädchen will er sich auf keinen Fall blamieren. So holt er tief Luft und springt hinterher. Unter Wasser muss er die Augen aufmachen, um die Öffnung und die ersten Steine zu sehen. Gegen die Wasserströmung zieht er sich nach vorne und unter der Mauer wird es ganz dunkel. Doch dann ist es plötzlich wieder hell über ihm und er taucht auf. Lea sitzt schon auf der Wiese des Palastgartens und lacht ihn an, als es plötzlich von oben krächzt: „Artur, raus aus dem Wasser! Nasse Hosen aus! Wer ist das Mädchen? Wann stellst du mich vor?“ Lea sieht erschrocken nach oben und entdeckt einen großen blau, rot, gelben Papagei. „Dagobert, was machst du denn hier?“, ruft Artur, „Du solltest doch auf dem Schiff bleiben!“ Ungerührt kräht Dagobert: „Wer ist denn nun das hübsche Mädchen mit der du dich hier rumtreibst?“
Fragend sieht Artur Lea an, da er es selbst noch nicht weiß. Ganz schnell antwortet sie: „Ich bin Lea. Und alle nennen mich nur das Straßenmädchen, weil keiner genau weiß, wo ich herkomme. Und wer bist du bunter frecher Piepmatz?“ „Piepmatz“, Dagobert blieb fast die Sprache weg, „Piepmatz“ hatte noch niemand zu ihm gesagt, zu ihm – dem Papagei des gefürchteten Piratenkapitäns Magnus – den alle wegen seiner großen Klappe fürchteten. „Sei nicht beleidigt, kleiner Vogel“, sagte Lea, „Du siehst ja ganz niedlich aus. Aber vielleicht willst du ja helfen, die Kanonen auszuspionieren. Oder möchtest du dich lieber mit mir unterhalten?“ Das wollte Dagobert nicht, „Piepmatz“, „kleiner Vogel“ und „niedlich“ hatte noch niemand so respektlos zu ihm gesagt. Beleidigt schwirrte er über die Palastmauer, um Magnus zu suchen. Lieber spionierte er Kanonen und Wachen aus.