Nachdem die Soldaten gegangen waren, stellte sich Lea vor die Wand und rief: „Großmoguls Tochter“. „Nicht“ rief Artur noch etwas ängstlich. Aber es war zu spät, die Wand öffnete sich wieder. „Wir müssen doch einen Beweis mitnehmen, dass wir den Schatz gefunden haben, sonst glaubt uns dein Vater nicht.“, rief sie. Dann rannte sie in den Raum und steckte sich zwei Goldmünzen in die Tasche und brachte Artur einen grün blitzenden Edelstein mit. Anschließend rief sie: „Für immer verschwunden!“ und die Wand schloss sich wieder. Vorsichtig schlichen sie sich zurück Richtung Fenster und Garten. Immer wieder mussten sie sich verstecken, weil Diener vorbei kamen. Plötzlich öffnete sich eine Tür und zwei scheinbar bedeutende Männer, vor denen sich alle Diener verbeugten, traten auf den Gang. Lea und Artur machten sich ganz klein. „Gouverneur, Sie sollten das Mädchen finden und so schnell wie möglich den Haien zum Fraß vorwerfen, damit sie nicht doch eines Tages auftaucht und der Großmogul sie findet und dann kein Gold mehr schickt.“ „Du hast recht Hauptmann. Finde heraus in welchen Häusern und Familien in Barakoa und der Insel Mädchen von ungefähr 5 bis 6 Jahren leben, deren Eltern nicht bekannt sind und bringe sie in unser Verließ.“, sagte der Gouverneur. Die beiden Männer liefen mit ihren Dienern am Versteck von Artur und Lea vorbei.
Lea, deren Ohrring immer noch bläulich schimmerte, war plötzlich ganz traurig geworden und begann zu weinen. Artur wusste gar nicht was los war, bis Lea schluchzte und verzweifelt sagte: „Ich wohne beim Händler Ignaz, aber niemand weiß, wer meine Eltern sind und ich bin gerade 6 Jahre alt. Du hast doch gehört, dass ich nun ins Verließ gesperrt werden soll, wenn sie mich finden. Jetzt kann ich doch nicht mehr in Barakoa bleiben. Aber wo soll ich nur hin und wo bekomme ich mein Essen her?“ Artur überlegte kurz: „In Pirindia findet dich niemand. Ich schmuggle dich mit auf den „Schwarzen Falken“ und dann kommst du mit uns zur Insel der Dämonen.“
Nachdem sie das Fenster erreicht und den Palastgarten durchquert hatten, sprangen sie ins Wasser und tauchten unter der Mauer durch. In dieser Richtung ging es viel einfacher, da sie mit der Wasserströmung tauchten. Jetzt bemerkten sie, das innerhalb der Festung fast über den ganzen Bach Holzbohlen gelegt waren, so dass niemand sie sehen konnte, als sie im Bach bis zur Festungsmauer weiter schwammen. Ob sie wohl auch hier einfach durchtauchen konnten? Artur wollte nun mutig sein und es einfach probieren. Aber Lea hielt ihn zurück und zeigte auf ein Seil, das neben der Mauer lag. Sie band Artur das Seil um den Bauch und sagte: „Wenn du drüben ankommst, binde das Seil ab. Ich zähle bis 10 und ziehe es dann zurück. Wenn ich das Seilende ohne dich zurückziehe, weiß ich, dass du durchgekommen bist und komme nach. Ansonsten helfe ich dir mit dem Ziehen zurückzukommen!“ Artur tauchte und Lea zählte bis 10 und zog. Es ging ganz schwer und einige Sekunden später tauchte Artur wieder auf und schnappte nach Luft. „Da war ein Gitter! Ohne Dich wäre ich nicht mehr den Weg zurückgekommen und wäre ertrunken!“, keuchte Artur, als er wieder reden konnte. Da sahen sie sich um und nicht weit von ihnen stand der berüchtigte Wagen, von dem gerade die letzten vollen Fässer abgeladen und die Leeren aufgeladen wurden. Lea und Artur sahen sich kurz an und kletterten jeder in ein leeres Fass und machten von innen den Deckel zu. Nachdem der Wagen das Tor der Festung passiert hatte, lugten sie nach draußen, stellten fest, dass der Kutscher nur nach vorne schaute, kletterten aus dem Fass und sprangen auf die Straße. Artur machte mit Lea aus, dass sie ihm folgen sollte, wenn er wieder mit seinem Vater und den anderen beiden Piraten aus der Stadt geht. Dazu sollte sich Lea im Wald vor dem Stadttor verstecken und warten bis sie Artur mit Magnus und die anderen beiden Piraten kommen sieht.
Wie Lea den Piraten zum „Schwarzen Falken“ folgte und wie es weitergeht, erfahrt Ihr in der nächsten Geschichte.