Dämona – Die Geschichte der Meerhexe

Etwas erregte jedoch Poseidons Aufmerksamkeit. Es war die Sage von der wunderschönen und betörenden Fee, die angeblich die Siedlungen um die Inselgruppe Belau regieren sollte. Poseidon liebte es, sich von schönen Nixen verwöhnen zu lassen. Deshalb musste sich Poseidon das genauer ansehen. Unverzüglich machte er sich auf den Weg. Damit er nicht erkannt wurde, verwandelte er sich als Delphin und machte sich auf den Weg. Nach zwei Tagen erreichte er die Gegend um Belau. Nachdem er sich wieder in einen Wassermann verwandelt hatte, fand er durch die Freundlichkeit der Bewohner sehr schnell heraus, wo die Fee zu finden war. Als er sich ihr jedoch näherte, erkannte die Fee sehr schnell, wer er war. Sie hatte schon einige Gerüchte gehört, was das Ostvolk ihren Brüdern und Schwestern des Westreichs antut. Deshalb weigerte sich die Fee, Poseidon zu verwöhnen und glücklich zu machen. Dies war Poseidon noch nie passiert. Er war es gewohnt, immer bewundert zu werden. Er ging davon aus, dass jede Nixe davon träumt, ihn glücklich machen zu dürfen. Als die Fee sich am nächsten Tag in die menschliche Gestalt verwandelte und auf eine der Belau Inseln stieg, verwandelte er sich in ein Pferd und folgte ihr. Allein mit ihr auf der Insel zwang er sie, zu tun, was er wollte. Da er stärker und mächtiger war, hatte die Fee keine Chance. Dann geschah aber etwas, mit dem Poseidon nie gerechnet hatte. Die Fee hatte ihren Ruf nicht nur sehr schön, sondern betörend zu sein, völlig zu Recht. Nach einem Nachmittag auf der Insel war Poseidon ihr verfallen. Zwar hat er sich solange er denken konnte von den schönsten Nixen des Ozeans verwöhnen lassen und manchmal auch von Menschenfrauen und Göttinnen, doch nie hat er sich auch nur annähernd in eine verliebt. Jedoch nach diesem Nachmittag war er der Fee des Westreichs völlig verfallen.
Poseidon hatte sich also unsterblich in diese Fee verliebt. Dies sollte jedoch das Todesurteil für viele Bewohner der Erde und des Ozeans werden. Da Poseidon für viele weibliche Wesen ein sehr begehrenswerter Gott war, liebte ihn auch die Göttin Athene seit vielen Jahren, obwohl sie ihm diese Liebe nie direkt eingestand.  Athene erkannte nun, dass ihr geliebter Poseidon einer anderen Frau verfallen war. Diese war nicht einmal wie sie eine Göttin.  Daher wurde Athene rasend eifersüchtig. Sie verfluchte die Fee und verwandelte sie in ein furchterregendes Monster. Am schrecklichsten machte sie jedoch ihr Gesicht. Dieses hatte nun angsteinflößende glühende Augen, eine heraushängende Zunge und war mit Schlangenhaaren umrahmt. Jeder Mann, der sie danach erblickte und in ihr Gesicht sah, wurde sofort zu Stein verwandelt.
Seit diesem Fluch war die liebe Fee des Westvolks nur noch als Medusa und schreckliches Monster bekannt. Das Liebesspiel mit Poseidon hatte jedoch weitreichende Folgen. Zum Zeitpunkt des Fluchs war sie bereits schwanger und das Unglück begann so seinen Lauf.
Die Wassermänner des Ostens töteten alle Wassermänner des Westreichs, inklusive der Wassermann Kinder und Babys und versklavten die Nixen. Als sie die Gegend um die Inselgruppe Belau erreichten, war ihr zerstörerisches Werk bereits fast vollendet. Aufgrund der Sagen, wollten natürlich all diese Wassermänner die betörende Schönheit der Fee sehen. Da jeder Wassermann, der nun in ihr verwandeltes Gesicht sah, sofort zu Stein verwandelt wurde, konnte keiner die Anderen vor der Gefahr warnen. Außerdem hatte Medusa einen Teil ihrer ursprünglich lieben Seele durch den Fluch verloren. Daher besuchte sie nach und nach alle Siedlungen des Ost- und Westreichs. Nach Medusas Besuch waren auch alle Wassermänner des Ostreichs zu Stein verwandelt. Nur wenige Siedlungen hatte Medusa nicht besucht und nur einzelne Wassermänner des Ostreichs konnten sich beim Besuch von Medusa feige verstecken. Poseidon wurde daraufhin unsagbar sauer auf Athene.  Mit ihrer Eifersucht hatte sie sein Reich ungemein geschädigt. Athene beschloss daraufhin, das Thema Medusa nun für alle Ewigkeit zu beenden. Sie gab nur einen Ausweg: Sie musste ermordet werden.