An der Festungsmauer stellten sie die Wagen über dem Bach ab, der unter der Mauer hervorkam, ab. Es sah aus, als ob die Wagen einfach über Nacht hier abgestellt sind, weil ihre Besitzer auch Silvester feiern wollen. Nun sahen auch Lea und Artur wofür die hölzerne Schraubvorrichtung gedacht war. Magnus brachte sie zwischen den Gitterstäben an, durch die der Bach aus der Festung herausströmte. Mit der Eisenstange als Griff drehten sie von beiden Seiten, so dass die Holzbalken aus der Mitte, von einer Art Schraube angetrieben immer weiter nach außen gedrückt wurden. Die Eisenstangen des Gitters begannen sich zu verbiegen und eine Öffnung freizugeben und es ging so leicht, als ob es dünne Drähte wären. „Können wir das Ding nicht zu Hause in der Nähe des Fensters zur Speisekammer aufbewahren?“, konnte Dagobert sich nicht verkneifen, dazwischen zu quatschen.
Nachdem Magnus seinem Steuermann noch zuflüsterte, „Ab jetzt alles wie geplant“, befestigte er die Enden von zwei dicken Tauen an seinem Gürtel, bevor er mit Artur und Lea durch die Öffnung in das innere der Festung tauchte. Sicherheitshalber stiegen sie auf der anderen Seite nicht heraus, sondern schwammen gleich unter den über dem Bach liegenden Holzplanken weiter bis zur Schlossmauer. Auch durch diese tauchten sie durch. „In diesem Schneckentempo werden wir ja nie fertig!“, tönte ihnen entgegen, als sie den Kopf aus dem Wasser steckten. Sie liefen weiter im Bach bis zu der Stelle, wo er sehr dicht an einem Schlossfenster vorbei floss, während Dago schon wieder voran flatterte. Mit seinem Dolch öffnete Magnus leise das Fenster und sah hinein. Es war scheinbar ein Nebenraum, in dem niemand war. Während Artur und Lea durch das Fenster hinein kletterten, verknüpfte Magnus die beiden Tauenden miteinander, nachdem er sie um den kleinen Baum am Ufer gelegt hatte und zog dreimal kräftig daran. Daraufhin begannen die Seile sich wie eine Kette zu bewegen. Magnus half ziehend ein wenig nach. Nach einer kurzen Zeit tauchten wie an einer Kette aufgefädelt die Fässer an dem Tau auf. Zusätzlich hing an jedem Fass noch ein Pirat. Die waren zu faul, selber zu schwimmen und ließen sich lieber ziehen. Aus den verschlossenen Fässern holten sie außer ihren Waffen auch ihre trockenen Augenklappen und Kopftücher, die sie sich gleich aufsetzten, damit sie auch wie richtige Piraten aussahen, wenn sie doch jemand sehen sollte. Aus den letzten Fässern mussten sie zuerst das vorher eingefüllte Wasser auskippen. Leer wären sie zu leicht gewesen und hätten zu weit oben geschwommen, um unter den Mauern und Holzplanken hindurch zu passen.
Zum Glück waren im Schloss scheinbar alle mit der Silvesterfeier im großen Schlosssaal beschäftigt. Nur ganz selten kam mal ein Diener ganz beschäftigt durch die Gänge. So schlichen sich die Piraten unter der Führung von Lea und Artur bis zum Gangende, hinter dessen Wand der Schatz versteckt war. Auf dem Weg versteckte sich für den Notfall in der Nähe einer Tür immer ein Piraten, falls doch ein Schlossbewohner oder eine Wache etwas bemerken sollte- zum Beispiel, wenn er den Raum verlässt. Als der Pirat vor dem großen Saal sich hinter einer aufgestellten Ritterrüstung verstecken wollte, blieb er mit seinem dicken Bauch hängen. Mit einem mörderischen Scheppern viel die Rüstung um. Der Pirat konnte gerade noch rechtzeitig hinter einer Statue verschwinden, ehe die Tür aufging und ein Diener genervt hinaus schaute. „Scheiß Papageien“, fluchte er, als er nach einem „Platsch“ auf seinem Kopf einen blau, rot, gelben Papagei mit „Treffer, Treffer“ kreischend davon fliegen sah. Brummelnd stellte er die Rüstung wieder auf, nachdem der die Kacke von seinem Kopf gewischt hatte.