An der Stelle angekommen, sahen sich alle die Zeichnung und das Seilende an. Dann blickten sie hinaus aufs Wasser, auf dem nichts mehr zu sehen war. Alle mussten an die Ungeheuer am Riff denken und standen ganz versteinert da. Sie hofften, dass irgendwo das Floß wie ein U-Boot mit glücklich winkenden Kindern wieder auftauchen würde.
„Ich weiß etwas, was ihr nicht wisst!“, kreischte es plötzlich genau hinter ihren Köpfen, so dass alle zusammenfuhren und sich umdrehten. „Uns ist jetzt gar nicht zum Scherzen, Dago. Es ist etwas ganz Schlimmes passiert!“, sagte Lea. Mit stolzer und besserwisserischer Miene setzte sich Dagobert auf Leas Schulter. „Lass mich raten. Ihr sucht ein Floß mit Kindern!, dabei plusterte sich Dagobert noch stolzer auf. „Woher weißt du das Dagobert?“, mischte sich jetzt Magnus ein. „Ich sag doch, ich weiß etwas, was ihr nicht wisst und ich habe Hunger“, krächzte Dagobert. „Hör auf mit dem Scheiß und erzähl endlich, was du weißt“, brüllte ihn jetzt Magnus an. Ganz ungerührt streckte Dagobert erst einen Flügel, so als ob er ihn dehnen müsste, weil er verspannt ist, und dann den anderen. „Seht ihr, wie das Blau, Rot und Gelb in der Sonne glänzt? Sieht das nicht toll…“ „Dago!!!“, unterbrach ihn jetzt auch Lea, „Was weißt du?“ „Ich weiß, wo ein Floß mit Kindern ist.“, sagte Dago und begann zu plappern: „Ich flog doch vorhin so vor mich hin und dachte ich besuche mal wieder meine Freunde im Wald, da im Dorf alle schlafen wollten, statt mir zuzuhören. Meine Freund und ich saßen gerade so schön beim Nüsse knabbern und schwatzen, als so ein altkluger kleiner Angeber angeflattert kam und nervig kreischte: „Ich kann es auch, ich bin groß.“ „Sag schon, was du kannst und dann verschwinde wieder, damit mir unsere Ruhe haben“, sagte mein Freund zu dem kleinen grünen Piepmatz. „Ich hab sogar jemanden im Wasser mit ganz vielen Armen mit „Uhhu Ahha – lecker Fressen für die Nacht“ erschreckt, als er gerade dabei war, die ganzen Menschenkinder in eine Höhle zu schieben. Er hat mir sogar geantwortet, „Wie Recht du doch hast!“, obwohl er mich in dem Nebel gar nicht erkennen konnte. So weit bin ich nämlich geflogen, bis zu den Felsen da ganz draußen. Wollt ihr wissen, wie kühl…“ „Wart mal, halt mal kurz die Luft an“, sagte mein Freund zu ihm, „Wer hat welche Kinder in welche Höhle gebracht?“ „Na der riesige Typ im Wasser mit den ganz vielen Armen, den ich erschreckt habe. Und die Höhle ist da draußen an den Felsen, dort wo der ganz große Felsen ist, der fasst über den Nebel raus ragt. Hab ich das nicht toll gemacht?“, freute sich der Kleine, weil endlich jemand ernsthaft zuhörte, was er erlebt hat. „Und deshalb bin ich nun um meine Nüsse gekommen“, erzählte jetzt Dagobert weiter. „Du bekommst deine Nüsse und noch viel mehr. Ganz vielen Dank Dago.“, sagte Lea, obwohl sie wieder kreidebleich geworden war, wie auch die Piraten um sie herum.
„Was machen wir denn nun? Wer hat alles Ideen?“ fragte Magnus mit kräftiger Stimme. „Zuerst müssen wir erfahren, ob die Kinder noch leben und wo sie genau sind.“, sprach er weiter: „Dagobert, kannst du dir ein paar deiner Papageienfreunde schnappen, mit ihnen rüber zum Felsen fliegen und die Lage erkunden? Vielleicht findet ihr heraus, ob die Kinder noch leben und wo sie genau sind. Aber fliegt nicht so tief. Passt auf, dass eich der Krake nicht erwischt.“ Nachdem Lea ihm einen Kuss auf den Schnabel gegeben hatte, wobei er leicht sein Gesicht verzog, aber sich trotzdem stolz reckte, flog Dago mit „Ok, Sir!“ davon.