Doch die Meerhexe hatte ihre Quellen. Sie war gar nicht so hellseherisch, wie viele Meeresbewohner dachten. Geholfen haben ihr dabei ihre größten Feinde, der Meerkönig und der Anführer seiner Spezialwache, Orcaion der Schwertwal. Als nämlich der Meeresunterhalter eingeführt wurde, hatte Orcaion eine kluge Idee. Wenn irgendwo zwei Meeresbewohner über eine böse Tat sprechen, die sie getan haben oder noch vorhaben und dazu den Meeresunterhalter verwenden, so sollten er, seine Spezialwache und der Meereskönig dies mithören können, um so den Bösewicht finden und bestrafen zu können. Dem Meereskönig gefiel die Idee alles hören zu können worüber sich seine Meeresbewohner unterhalten und so bauten Orcaion und seine Spezialwache die „Riesenauster“.
Die Gesprächsspiegel der Kontaktherstellungsstelle am Nordpol stehen alle auf unterschiedlich langen Stäben, die im Felsen am Meeresgrund befestigt sind. Unterhalten sich die kleinen Seejungfrauen oder anderen Meeresbewohner über den Meeresunterhalter, so schwingen die Gesprächsspiegel bei der Weiterspiegelung des Gespräches. Diese Schwingung übertragen die Stäbe auf den Felsen und der gibt diesen winzigen Klang weiter, genauso als wenn zwei Gläser zusammengestoßen werden, nur viel leiser. Auf dem Felsen befestigte Orcaion die größte Muschel des Meeres (eine Riesenauster), wie ein riesiges Ohr, und an diesem Austernohr befestigte er eine Trompetenmuschel als Meeresunterhalter, welche nun alle Gespräche direkt in Poseidons Palast übertrug, wo Orcaion, die Spezialwache und Poseidon alles mithören konnten, was gesprochen wurde.
Obwohl alles ganz geheim war, hatte leider auch die Meerhexe davon erfahren. Diese Gelegenheit konnte sie sich nicht entgehen lassen. Ihr treuer Diener, der giftige Steinfisch, schaffte es, nahezu unsichtbar versteckt, bis zur Riesenauster zu gelangen und am unteren Rand eine ganz kleine kaum sichtbare Trompetenmuschel zu befestigten. Dies reichte jedoch alle Töne bis zu einem Felsvorsprung in der Nähe zu übertragen, hinter dem die Meerhexe einen normalen Meeresunterhalter versteckte, der dann alle Gespräche auch zur ihr übertrug. So konnten auch Demona und ihre Haie und Kraken alles mithören, was über die Meeresunterhalter gesprochen wurde. Seit es die Riesenauster an der Kontaktvermittlungsstelle am Nordpol gab, wusste die Meereshexe über alles Bescheid, was über die Meeresunterhalter besprochen wurde. Somit hatten ihre Kraken auch erfahren, dass die Meeresfee zum weisen Tintenfisch Oraculum wollte und danach vor hatte zum Großmogul nach Indien zu schwimmen. Diese Absicht hatte die Meereshexe alarmiert. Was wollte die Meeresfee da? Hatte das vielleicht irgendwie mit Lea, der Tochter des Großmoguls, zu tun? Weiß die Meeresfee vielleicht, wo Lea ist?
Deshalb hatten die Kraken Undine in der Schlucht aufgelauert, damit die Meerhexe das Geheimnis aus ihr herauspressen konnte. Sie würde es ihr schon verraten, spätestens wenn das Gift der Seewespe ihren Körper lähmt und die Meeresfee vor Schmerzen kaum noch atmen kann. Sicher würden die Kraken alles für sie vorbereitet haben, sobald sie aus der Medusenschlucht zurück ist. Sie konnte es schon kaum erwarten, die Schmerzen in Undines Gesicht zu sehen.