Draguecito

Arthur, Lea und die Piratenkinder ahnen jedoch noch nicht, welche Gefahr sich unsichtbar über ihren Köpfen, oder genauer, unterhalb des Meeresspiegels zusammenbraut. Alles ist im Moment so ruhig und friedlich. Die Sonne scheint. Die Palmen geben dem Strand etwas Schatten. Das Meer liegt ruhig. Das Wasser ist warm und klar. Selbst die Papageien fühlen die friedliche Stimmung. Sie kommen nun öfter zum Strand. Dagobert neckt häufig Arthur mit dem Abenteuer, bei dem er die Kinder in der Höhle entdeckt hatte, in der sie sich vor dem Kraken in Sicherheit gebracht hatten. Es ist gerade wunderschön. Die Piratenkinder planschen im friedlichen Wasser. Das einzige worauf sie achten müssen, ist, dass ihnen keine Kokosnuss auf den Kopf fällt. Nach einer Weile werden die ersten Kinder durstig. An Tagen, an denen die Piraten weitgehend nüchtern bleiben mussten, mischten sie ihren Rum mit Zucker, mit Sprudelwasser aus den Quellen, mit kleinen grünen sauren Zitronen, die sie Lima (Limetten) nannten und mit einem Kraut aus den schattigen Stellen an den Bächen der Insel, was stark duftete, wenn man die Blätter zerrieb und was Menta (Minze) hieß. Das Ganze nannten sie dann Draquecito. Natürlich durften die Piratenkinder noch keinen Rum trinken. Doch plötzlich bekommt Artur eine Idee. Vielleicht ist es möglich einen Kinder-Draguecito ohne Rum zu mischen und einen Ersatz dafür zu finden. Ein „kleiner Drache“, denn das bedeutete der Name Draguesito, als Getränk für Kinder, das wäre toll. Das war eine lohnende Aufgabe für den Nachmittag, fanden die Piratenkinder nahezu einstimmig. Aber wie sollten sie herausfinden, ob ihre Mischung genauso wie der Draguesito schmeckte, den ihrer Väter und Mütter tranken. Logisch, sie mussten dazu zum Vergleich an echten Draguesito kommen. Gesagt- getan! Drei Kinder wurden ausgelost, die die Aufgabe bekamen, den Piraten im Hafen eine ausreichende Menge Draguesito zu stiebizen. Die anderen machten sich auf Sprudelwasser, Zucker, Limetten und Minze zu beschaffen. Zucker wurde damals in der Karibik aus Zuckerrohr hergestellt, dessen süßen Saft die Kinder sehr mochten. Limettenbäume wuchsen wild an manchen Stellen im Wald. Nach gar nicht langer Zeit waren auch die Ausgesandten aus dem Hafen mit einem großen Krug „kleinem Drachen-Trink“ von den Piraten wieder da. Nun machten sich die Piratenkinder an die Aufgabe. Zuerst trank jedes Kind einen Schluck vom Draguesito und versuchte sich den Geschmack zu merken. Danach kosteten sie eine Mischung von Minze, Limette, Rohrzucker und Sprudelwasser aus dem Bach, der aus der Vulkanquelle kam. Die Idee war, den fehlende Geschmack herauszufinden, der zum Draguesito mit dem Rum noch fehlte. Natürlich klappte dies nicht beim ersten Versuch, weshalb die Piratenkinder noch ein paar weitere Versuche benötigten und schon lustiger wurden als die ersten Vorschläge kamen, wie zum Beispiel Papaya-Saft, Mango-Saft, Ananas-Saft, Orangen-Saft, Guaven-Saft, Kokosnuss-Milch und Bananen-Saft. Wir erinnern uns an die gute Nase von Artur, als er in Barakoa die Zutaten eines Lebkuchens allein aus dem Geruch erkannt hatte. Dieses Mal kam er auf den Vorschlag, statt Rum Apfelsaft mit ein wenig Ingwer und Muskatnuss zu nehmen.