Gratwanderung auf dem Vulkan

„Vielleicht ist Dämona auf unseren Trick hereingefallen und sucht Lea jetzt auf Cuba“, hoffte Undine. „Vielleicht, aber Dämona ist nicht blöd und sie hat am Felsenring um PIRINDIA ihre Kraken, Haie und was sonst noch, um auch dort Lea durch ihre Spione suchen zu lassen. Sie selbst sucht vielleicht an der Küste Cubas!“, meinte die Fee vom Vulkan. „Aber sie wird Lea nicht gleich umbringen, wenn sie sie hat. Sie wird sie erst lebend dem Gouverneur von Barakoa übergeben wollen, damit dieser weiß, dass sie ihren Teil der Abmachung erfüllt hat“, vermutete Undine und dachte weiter: „Gibt es nicht eine Idee, wie du Lea vom Strand fernhalten kannst, bis wir Dämona von ihrem Plan abgebracht haben, Lea auszuliefern oder zu töten?“ „Vielleicht kann ich sie für ein paar Wochen oder Monate mit in meine Hütte im Vulkankrater nehmen. Sie scheint ein wissbegieriges, neugieriges und aufgewecktes Kind zu sein. Wenn sie bei mir in der Zeit etwas lernen darf, macht sie vielleicht mit. Ob sie auch zaubern lernen kann, weiß ich allerdings nicht!“, überlegte die Fee vom Vulkan. Nach einer kurzen Denkpause ergänzte sie: „Wir sollten zweigleisig fahren! Wir brauchen also noch unbedingt eine Notlösung, wie wir Lea finden und befreien können, wenn Dämona sie doch erwischt und zum Gouverneur von Baracoa bringt.“ „Wir sollten mit Orcaion, dem Chef von Poseidons Leibwache, sprechen. Vielleicht hat er eine Möglichkeit, Lea und die Meerhexe zu überwachen oder zumindest zu bemerken, auf welchem Weg Dämona Lea zum Gouverneur bringt“, antwortete Undine. „Wir brauchen trotzdem auch einen Plan, wie wir Dämona von ihrem Ziel abbringen können, so dass sie Lea nicht mehr verfolgt. Ewig können wir Lea nicht vor ihr verstecken. Hast du einen Vorschlag?“, fragte die Fee vom Vulkan. „Ich habe da vielleicht eine Idee! Sie ist jedoch noch völlig unausgegoren und auch dann ist es eine Gratwanderung.  Mmh, so wie unsere hier auf dem Rand des Vulkankraters“, wobei Undine lächeln musste, zum einen über ihre Idee und zum anderen über ihren Vergleich der Gratwanderung. „Hast du mal von der Sage der „Mami Wata“ gehört, die einige Nixen erzählen, die auf der westlichen Seite des Erdteils leben, der aussieht wie ein riesiger Pferdekopf?“, fragte Undine und die Fee vom Vulkan antwortete: „Ahh, du meinst Afrika? Worum geht es in der Sage und wie kann sie uns helfen, Dämona von ihrem Plan abzubringen?“ „Nach allem, was ich über die Sage weiß, könnte es sich bei der darin verehrten Wassergöttin vielleicht um Dämona handeln. Wenn das so ist, hat die Meereshexe auch manchmal einen guten Kern und ist nicht immer böse. Vielleicht können wir dieses Gute in Dämona ansprechen, so dass sie Lea nicht mehr verfolgt“, antwortete Undine. „Lass mal hören! Wie geht die Sage und was erzählt sie uns?“
Was die Sage von „Mami Wata“ berichtet und ob dies helfen kann, Dämona von Lea abzubringen, erfahrt Ihr in der nächsten Geschichte.