Als es nur noch so weit von Undine weg ist, wie es mit seinen beiden Schwänzen lang ist, trompeten gleich mehrere der weißen Riesen im Baum. Jetzt bemerkt der graubraune Riese mit der etwas lederartigen Haut, fast ohne Fell, die weißen Papageien. Da hebt er seinen dicken Schwanz aus dem Wasser. Plötzlich pustet er einen gewaltigen Wasserstrahl durch die zwei Öffnungen am Ende des Schwanzes in Richtung der Papageien, die dabei einen beeindruckenden Wasserstrahl abbekommen. Scheinbar haben die weißen Riesen das erwartet und sich rechtzeitig mit ihren Schnäbeln an den Ästen festgehalten. Als alles Wasser verbraucht ist und der Zweischwänzer seinen Schwanz wieder ins Wasser taucht, fliegen die Papageien begeistert, fröhlich und kreischend davon.
Undine ist inzwischen doch lieber vom Felsen zurück ins Wasser geglitten. So kann sie eventuell schnell davonschwimmen, wenn die Situation gefährlich wird. Dieses gewaltige Tier kommt nun noch näher und streckt seinen Schwanz in ihre Richtung aus. Es ist jetzt so nah gekommen ist, dass es die Meeresfee mühelos erreichen kann. Undines Herz klopft vor Aufregung ganz schnell und ihre Muskeln spannen sich an. Sie spürt schon den Lufthauch auf ihrer Haut. Dieser entsteht, als der Koloss scheinbar durch die beiden Öffnungen des Schwanzes einatmet. „Vielleicht ist das gar kein Schwanz, sondern eine schlauchartige Nase!“, denkt Undine noch, bevor der graubraune Riese sie ganz sanft mit der Spitze dieses Schlauches oder „was auch immer“ berührt und beginnt, sie langsam abzutasten. Gerade beginnt sich die Nixe zu entspannen und die Berührungen zu genießen, da entdeckt sie zwei rote oder rotbraune Riesen-Affen, die sich durch die Bäume hangeln und immer näher kommen. Ruckzuck haben sie den Baum neben ihr erreicht. Undine betrachtet sie genau und denkt: „Wenn sie nicht so lange Arme, kurze Beine und so viel rotbraunes Fell hätten, könnte man sie glatt für Menschen halten. Aber Menschen hangeln sich nicht so durch Bäume!“ Jetzt aus der Nähe erkennt Undine, dass diese roten wie Menschen aussehenden Affen jeweils ein kleines Junges vor ihrer Brust halten. Teilweise hält sich das Kleine auch selber fest, während seine Mutter durch den Baum hangelt. Auch der Zweischwänzer hat diese Menschenaffen offensichtlich entdeckt. Er scheint sich zu freuen. „Sie kennen sich wohl!“, denkt Undine noch, als die Affen plötzlich beginnen unschlüssig zu wirken. Offensichtlich haben sie die Meeresfee entdeckt. Vor Schreck wissen sie nicht, was sie tun sollen, bis die Kleinen beginnen am Arm der Mutter zu zupfen. Das scheint ihre Mütter wieder in die Realität zu holen und sie klettern mit den Kleinen auf den Rücken des graubraunen Riesen. Die Kleinen fassen seine großen Schlappohren und ziehen diese an sich ran, während die Mütter hinter seinen Ohren kratzen. Die Augen des Riesen werden ganz klein. Er scheint diese Berührungen zu genießen, während er sich langsam in Bewegung setzt und eine Runde läuft. Es sieht so aus, als ob die Kleinen nur mit ihren Müttern hergekommen sind, um auf dem Zweischwänzer zu reiten.